|
Mann sieht das ... ääh ... sch...lecht aus, dieses Monster X, genannt Guilala.
Auch abseits von Godzilla gab es weitere japanische Film-Monster. Guilala brachte es aber nur auf einen Film und das wundert keinen, sieht der Kerl doch aus, wie ... na was eigentlich? Keine Ahnung, schließlich gibt´s da einen Godzilla-Körper auf dem ein Blechhelm sitzt, der lustige Blinke-Augen und wabbelnde Antennen besitzt - das kann nicht gutgehen!
Aber für einen neuen Monsterfilm reicht es allemal, schließlich ist der Name nicht so teuer, wie der seines großen Bruders Godzilla und so kämpft nun der gesamte G8-Gipfel gegen Guilala, der plötzlich auf der Erde auftaucht. Jedes Staatsoberhaupt versucht den Unhold mit anderen Methoden auszuschalten, was aber kläglich versagt. Als dann der nordkoreanische Führer inklusive Amazonentruppe den Gipfel gefangen nimmt, droht ultimatives Unheil.
Holla - wer hat sich so einen Schmarrn ausgedacht? Die Japaner natürlich. Hut ab, das hat Stil - zumindest ist das ganze Filmwerk gewollt übertrieben und sieht sich als Hommage und Parodie der “Kaiju Eiga”, der japanischen Monsterfilme.
Leider reicht das aber nicht, denn wo ein Wille ist, ist nicht immer ein Weg - zumindest nicht der richtige.
“Monster X” ist ein Film mit geringem Budget und kann natürlich so kaum mit den Filmen seiner Liga mithalten. Die Schauwerte sind gering, teilweise wurde sogar Material des alten Guilala-Films wieder verwertet. Leider hat man hier aber die Chance vertan dies durch eine gute Bildsprache und straffe Dramaturgie zu kompensieren. Die Einstellungen sind einfallslos, dramatische Momente plump umgesetzt, die Kamera zumeist sehr neutral und farblos. Auch als Parodie funktioniert da wenig. Die Gags sind eher spärlich gesät und dann selten von hoher Qualität. Furz-Witze fand ich noch nie lustig und wenn dann die schlechten Gags auch noch dröge dahin plätschern, dann geht selbst der letzte Trash-Faktor flöten.
Den hätte der Film auch erreichen können, doch leider reicht es nicht mal dazu. Kawasaki lässt die Leute reihenweise die selben Dinge tun und alles dreimal sagen, zeigt Autofahrten, Ein- und Aussteigen und noch mehr Dinge, die wenig interessant sind und den Film zäh wie Kaugummi dehnen. Da auf dramaturgischer Seite auch wenig passiert, denn schließlich wirken die immer neuen Versuche das Monster zu töten irgendwann einmal einschläfernd, kriecht der Film höhepunktslos vor sich hin.
Immerhin findet Guilala noch mit Take-Majin seinen würdigen Gegner im Finalkampf und verliert dabei seinen Kopf - ein zugegebenermaßen unerwarteter Zug, denn normalerweise leben die Monster quasi ewig. Insofern gab es doch noch eine Überraschung im Film.
Mann, Mann, Mann - was hätte man trotz Budgetarmut alles mit dem Film machen können? Leider hat man das Potential gründlich verschenkt und so bleibt auch für “Monster X” das gleiche Urteil wie für den “Calamari Wrestler” des selben Teams - langatmig und actionlos inszeniertes Kino - da schaut man sich besser die alten Filme an. Die waren zwar teilweise ernst gemeint, sind aber zig-Mal lustiger und besser inszeniert.
Lohnenswert ist aber das Bonus-Material der DVD, in dem der Bau des Monsters und der Dreh der Kaiju-Szenen gezeigt wird. Hier sieht man auch, das Regisseur Kawasaki und sein Team viel Spaß dabei hatten, sowie einige kleine Tricks der Monsterstudios. Hey, das Bonusmaterial war lustiger als der ganze Film - also hat das ganze doch noch was Gutes...
|