|
|
|
Filmbücher |
|||||
|
mit Kurzrezensionen von Dirk Weiler |
|||||
|
Regie / Regisseure: |
|||||
|
Der Regisseur Peter Bogdanovich (“Is´ was Doc ?”, “Die letzte Vorstellung”) interviewt 16 Meister der Regie und begegnet dabei erzählfreudigen Leuten wie Stummfilmpionier Allan Dwan (100 Seiten), genauso wie verbitterten, sich kurz haltenden wie Josef von Sternberg (10 Seiten).
Chabrol schildert seine Sicht des Filmemachens auf 98 kurzweiligen Seiten. Dabei taucht er zwar nicht tief in die Materie ein, gibt aber einen kurzen Überblick über das Thema und hat selbstverständlich einige gute Ratschläge parat, die man nicht ignorieren sollte.
Eine Biographie vom Meister selbst geschrieben; von der Anfangszeit des Filmmetiers bis zur McCarthy-Ära. Als Autobiographie natürlich mehr auf Leben, Situationen und persönliche Einstellungen ausgelegt, ist das Buch etwas für Chaplin-Freunde. Für rein Regieinteressierte gibt es hier weniger zu entdecken.
Bücher über Regisseure versprechen oft mehr, als sie halten. Ebenso hier. Coppolas Leben und Finanznot durch fortwährende Flops nach Kassenknüllern bildet den Schwerpunkt des Buches, das mehr Biographie als Einblick bietet.
Forman (“Amadeus”, “Einer flog über das Kuckucksnest”) plaudert über sein Leben. Schwerpunkt ist hierbei die Zeit in der Tschechoslowakei. Das ganze ist anedkotenhaft und erzählend, aber in Bezug auf die Regieführung gibt es hier weniger zu entdecken.
Ein Muß über das man keine Worte verlieren braucht. Ein Filmregisseur (und Ex-Filmkritiker) interviewt tagelang einen anderen Filmregisseur. Dabei kommt viel Wissen, Anekdoten und praktische Hilfe rüber. Mit guten Bilderstrecken. Meines Wissens existiert auch eine ungekürzte, etwas teurere Neuerscheinung.
Eine leicht lesbare, unterhaltsame und kurze Biographie des Meisters; bunt und mit vielen Photos. Dafür natürlich auch allzu oberflächlich und ohne Nährwert - neue Erkenntnisse kann man in ein paar Sätzen fassen.
Ähnlicher Nährwert wie bei dem Buch von Patalas. Dafür in s/w und mit 100 Extra-Seiten nur zu Filmen, Kurzfilmen und Arbeitskollegen ausgestattet.
Eine Abhandlung über seine Filme. Leider etwas geschwätzig und voll theoretischer Filmanalyse, wie man sie auf Unis und unter Möchtegernfilmern findet. Deswegen, und weil man so wenig über die wirkliche Seite des Filmemachens und des Filmemachers Kubrick erfährt, nicht besonders hilfreich.
Hier werden die filmischen Entwürfe von Fritz Lang in Bezug auf Kameraeinstellungen und Production Design auf ihre Vorbilder und Ursprünge aus Kunst, Film und Realität zurückgefährt - viele großformatige Bilder belegen dies anschaulich.
Eines der wenigen Bücher über Leone. Alle Filme werden abgehandelt mit Inhalt, geschnittenen Szenen, vielen Photos und einer Analyse.
Zu recht nach kurzer Zeit schon vergriffen, wird das Buch hoffentlich bald wieder aufgelegt. Leider ist aus der Hoffnung bislang wenig geworden.
Aufzeichnung eines Vortrags von Hollywoodautor Mamet (“The Untouchables”) mit Studenten. Sehr interessant, gerade in Betracht auf sein Montageverständnis, das eher von der russischen Schule inspiriert ist. Er erklärt anschaulich, verständlich und praxisbezogen.
Robort Rodriguez dreht mit 23 Jahren einen Actionstreifen - allein, mit 7.000,- Dollar und einem Cassettenrekorder als Tongerät (kein Live-Ton). Später verkauft er “El Mariachi” nach Hollywood und dreht seitdem dort (“Desperado”, “From Dusk Till Dawn”). Sehr hilfreich, mit großer Energie geschrieben - nicht von einem großen Meister, aber dafür mit praktischen Low-Budget Hinweisen.
Nicht seine Filme, sondern seine Kritiken über andere Filme sind Gegenstand des Buches. Truffaut, der selbst lange Zeit Kritiker war, hat eine große Auswahl seiner Besprechungen zusammengestellt. Für diejenigen die nur wenige der auf 460 Seiten diskutierten Filme kennen, ist das Buch nur schwer zu lesen, da der Gegenstand zu abstrakt bleibt. Für alle anderen interessant, doch da Truffaut damals noch nicht in der Praxis war, auch allzu oft theoretisch-analysierend.
Lars von Trier (“Europa”, “Idioten”, “Geister”) redet mit einem Filmjournalisten. Schwerpunkt sind seine Ansichten vom Film, Drehen, und künstlerischen Konzeptionen. Ähnlich wie beim Ballhaus-Buch etwas zu wenig Praxis. MEINE FILME Wie die meisten Bücher, die von den Profis selbst geschrieben sind, sehr hilfreich und gerade für Anfänger interessant, denn der Spezialist für tiefsinnig-tragisches beschreibt sehr einsteigerfreundlich und ohne Längen viele Aspekt beim Filmemachen.
Und wieder interviewt ein Filmemacher einen Filmemacher. Cameron Crowe leistet dabei sehr gute Arbeit und gibt Wilders Stil und Sprache so gut wieder, daß man denken könnte, der große Mann säße neben einem.
Kein Buch zum Film von Tim Burton (wie auf dem Titel steht), sondern eine Sammlung von Interviews mit allen Freunden von Wood, seiner Crew und seiner Frau. Das hat man nach dem Titel nicht erwartet und wird somit positiv überrascht. Verständlichersweise gibt es hier regiemäßig wenig zu lernen, dafür aber eine Filmographie Woods und eine Liste seiner literarischen Werke mit Inhaltsangabe. |
|
Kamera / Kameramänner: |
||||
|
Kameralegenden erzählen in diesem Buch auf der Grundlage von Interviews über sich, ihren Stil und ihre Art Filme zu machen. Die unterschiedlichen Ansichten, Genres und Arbeitsweisen zeigen, wie breit das Spektrum sein kann und daß es nicht einen Königsweg gibt. DAS FLIEGENDE AUGE Ein deutscher Regisseur (Tom Tykwer (“Lola rennt”)) interviewt den erfolgreichsten deutschen Kamermann. Man erfährt viel über Ballhaus und sein Leben. Allerdings hätte man sich doch etwas mehr praktische Tipps und Technikanregungen gewünscht. Trotzdem lesenswert für jeden, den dieser Bereich interessiert.
Jim Jarmusch, Wim Wenders, Lars von Trier - denkt man an diese drei Regisseure, dann kommt auch bald der Name des Kameramannes Robby Müller zu Tage. ROBBY MÜLLER ist beim Schüren Verlag für 19,90 Euro erhältlich.
Wem der Name auf Anhieb nichts sagt, dem sagen die Filme etwas, die der, neben Ballhaus, bekannteste zeitgenössische deutsche Kameramann gedreht hat. “Robocop”, “Starship Troopers“, “Die unendliche Geschichte” - und über allem schwebend - “Das Boot” sind nur einige davon. JOST VACANO ist beim Schüren-Verlag für 19,90 Euro erhältlich. |
||||
|
Drehbuch: |
||||
|
Der Drehbuchtrainer wandert klassisch -amerikanische Pfade und kategorisiert viel. Trotzdem lesenswert, weil es den Hollywood-Mainstream-Blick zeigt und dessen Drehbuchformeln beschreibt.
SCREENWRITER´S PROBLEM SOLVER Text siehe ”Filme schreiben”, leider nichts Neues, aber etwas besser aufbereitet als das andere Buch, weil der Hauptteil nicht aus zu langen Drehbuchanalysen besteht.
Hinter dem Allerweltstitel steckt ein absoluter Knaller für alle Drehbuchinteressierten. Tom Lazarus (“Stigmata”) plaudert aus der Praxis und geizt nicht mit persönlichen Informationen und Drehbuchbeispielen.
VOM DREIFACHEN GEBRAUCH DES MESSERS Gute Erweiterung zu “Die Kunst der Filmregie”, kurz aber anschaulich versucht der Autor auf die Probleme beim Schreiben eines längeren Stückes einzugehen. Zwar fehlen die wirklich klaren Lösungen, allerdings scheint es die auch nicht zu geben. Dafür gibt es sehr gute Beispiele. 20 MASTERPLOTS - WORAUS GESCHICHTEN GEMACHT SIND Vorgestellt werden 20 allumfassende Plots, auf die (und noch weniger) alle Geschichten zurückgeführt werden können. Die einzelnen Plots werden dabei weniger interessant dargestellt, eine gute, lange Einleitung schafft aber Grundlagen, gerade im Bereich von Mythen und Legenden. |
||||
|
Diverses: |
||||
|
Zusammen mit ihrem Kollegen Don Murphy produzierte Filmschulabgängerin Jane Hamsher nach ewigem Überlebenskampf den Oliver Stone Film “Natural Born Killers”.
Radikaler Rundumschlag (aber nur) bis zum Jahre 1984 über viele Schundprodukte, Möchtegernfilmer, Scheinkünstler und Sandkastensdarsteller. Man teilt sicher nicht immer Rolf Giesens Meinung, aber seine Sammlung von Filmtiteln (“Doktor H., der Blinddarmkiller”; “Heisse Schüsse - Kalte Füsse”; “Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel”), Werbeslogans (“Menschenaffen in der Gewalt eines Wahnsinnigen rauben weiße Frauen. Heute Utopie - morgen - ?” aus: “Nackt unter Affen”) und Filmzitaten (“Wenn die Welt untergeht, dann ist alles vorbei” - aus: “Ein Riß in der Welt”) ist eine absolute Lachnummer.
Ähnlich wie die Science-Fiction Variante ein Standardwerk auf seinem Gebiet. Neu aufgelegt, mit vielen Bildern, Stabliste, Inhalt und meist umfangreichen, humorvollen aber auch fachkundigen Kritiken versehen.
Scheiben reparieren sich von selbst, Gläser füllen sich ohne Hilfe, Ordensbänder verrutschen auf der Brust - Kriegsveteranen mit nur einem linken Arm bekommen plötzlich einen rechten und verlieren den linken (“Cutter´s Way”) - alles das sind Pannen, die der Autor in akribischer Arbeit auflistet - längst nicht vollständig - auch einige bekannte Goofs fehlen - trotzdem unterhaltsam, obwohl die reine Aufzählung auf die Dauer ermüdet.
Ein unverzichtbares Standardwerk jedes Science-Fiction Fans. Über 2000 Filme, gut recherchiert, viele Bilder, alle kommentiert und mit Inhalt. Die Autoren haben zudem genügend Humor, um nicht in eine monotone, trockene und lustlose Aufzählung zu verfallen, wie es einige Kollegen tun. Viele Originalfilmkritiken zu den jeweiligen Werken.
Ein kurzweiliger Rundumschlag über alle Sparten des Filmemachens. Aufgrund dessen natürlich weniger tiefgehend, praktische Anleitungen (Regie führen etc.) gibt es auch nicht; aber dafür erstklassige Zitate von Spitzenleuten aus der Branche und sehr gute Hinter-den-Kulissen-Photos.
Viel neues weiß es nicht zu berichten, das Buch über den Klassiker von Fritz Lang. Es werden Ideologie, Restaurierung und Moroder abgehandelt, aber es fehlt die Tiefe, der Bezug zum Filmemachen und die Figur Langs. Auch wurde der Moroder-Version im Verhältnis deutlich zu viel Platz eingeräumt, obwohl diese Fassung eine filmhistorisch eher kleine Rolle spielt.
Captain Kirks Biographie. Hauptteil nehmen natürlich (auch wegen der Verkaufskraft) die Star Trek Filme und Serie ein. Wieviel autobiographisch und wieviel ghostgewrited ist , ist nebensächlich, denn das Buch überrascht mit offenen Einblicken in Shatners Leben ebenso wie mit interessanten Details über Drehbuch, Produktion, Dreh, etc. Natürlich geht es dabei nicht primär um die Dreharbeiten, Kamera und Regie, aber Produktion, Drehbuch und Entwicklung werden sehr gut beschrieben. Nicht nur für außschließliche Star Trekker. |
|
© 2002-2009 brand-X films - Wir übernehmen keine Haftung für Links und deren Inhalt |